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Nov 12, 2019 - Zoltán Kovács

Deutscher öffentlich-rechtlicher Rundfunk: Hier ist ein Beispiel dafür, warum Wähler die Befangenheit der liberalen Medien verachten

Eine fünfteilige Serie, die kürzlich im deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunk Deutschlandfunk gesendet wurde, bietet ein Lehrbuchbeispiel für voreingenommene, liberale Medien, die nicht in der Lage sind, über die andere Seite einer Geschichte zu berichten.

Die fünfteilige Serie von Stephan Ozsváth (I.II.III.IV.V.) wurde zum 30. Jahrestag der Öffnung der ungarischen Grenze zu Österreich, dem sogenannten Paneuropäischen Picknick, von Deutschlands öffentlich-rechtlichem Rundfunk Deutschlandfunk ausgestrahlt. Die Serie behandelt eine Reihe von Themen, die vom angeblichen Rückfall der ungarischen Demokratie über die Pressefreiheit bis zur Verlegung einer Statue von Imre Nagy reichen.

Wie andere Reporter, die sich mehr mit der Darstellung einer bestimmten Narrative als mit der Berichterstattung über Fakten beschäftigen, zeichnet Ozsváth ein dramatisches Bild des heutigen Ungarn unter der Orbán-Regierung. Sein Journalismus ist gelinde gesagt parteiisch.

Der vielleicht amateurhafteste Aspekt der Radioserie ist, dass der Autor keines unserer Argumente erwähnt, obwohl diese Themen bereits mehrfach angesprochen wurden. Stephan Ozsváth bringt natürlich schwere Artillerie von der linken, liberalen Seite des politischen Spektrums mit, ohne Platz für irgendwelche Gegenargumente zu schaffen, die den Mut hätten, den monochromen, liberalen Kanon herauszufordern. Wir haben unseren Fall jedoch mehrfach dargelegt. Vor langer Zeit, in einem anderen Zeitalter des Journalismus, wäre es ein professioneller Fehlgriff gewesen, diese auszulassen. Heute – zumindest für Ozsváth und den Deutschlandfunk – gilt dies nicht mehr so ​​sehr.

Hier sind einige Beispiele, bei denen der Reporter einfach die Fakten ignoriert, und seine Arbeit – wie soll ich es ausdrücken – nicht erledigt hat.

Nach Angaben des Historikers János Rainer (einer der Interviewpartner im Programm) wurde die Statue von Imre Nagy – einem kommunistischen Führer, der 1956 Reformen einführen wollte, kurz bevor die sowjetischen Panzer eintrafen, um die ungarische Revolution zu zerschlagen – von ihrem früheren Standort in der Nähe des Ungarisches Parlament an eine andere Stelle verlegt, weil Nagy nicht mehr der Einstellung der Regierung zur Geschichte entspricht.

Der Umzug hatte selbstverständlich einen ganz anderen Grund. Tatsächlich stand die Statue von Imre Nagy früher an der Stelle, an der im Jahre 1934 ein Denkmal zu Ehren der Opfer der kommunistischen Räterepublik von 1918-19 errichtet worden war, ein Denkmal, das 1945 von den Kommunisten abgerissen wurde. Selbst unsere politischen Gegner würden zustimmen, wenn wir sagen, dass es die Opfer, die wahren Helden der kommunistischen Unterdrückung, sind, die geehrt werden sollten. Und es geht ja nicht wirklich darum, dass die Nagy-Statue entfernt wurde; sie wurde ein paar Blocks weiter, auf einen anderen repräsentativen Platz verlegt.

Zum Niedergang der ungarischen Demokratie sagte Ozsváth, dass Fidesz zwar seit 10 Jahren mit einer Zweidrittelmehrheit regiere, die Opposition im ländlichen Ungarn jedoch unterdrückt werde. Fidesz habe Geld, fügte er hinzu, es kontrolliere die Medien und genieße ein Spielfeld, das durch das Wahlgesetz gekennzeichnet und zu seinen Gunsten gekippt sei. In seinem nächsten Kapitel über die Pressefreiheit interviewte der Reporter einen Journalisten in einer kleinen Zeitung in der südlichen Stadt Pécs, der über Gelegenheiten berichtete, in denen ihm die Teilnahme an Pressekonferenzen verweigert wurde. Der Reporter argumentierte, dass ihm der Zutritt verweigert wurde, weil er für eine „Anti-Orbán“-Medienstelle schreibe.

Das ist ein schräges Argument. Wir sind erst ein paar Wochen nach den Kommunalwahlen in Ungarn, in denen die Opposition in mehreren Gemeinden gewinnen konnte, außerdem ergatterte sich die Opposition den einflussreichen Titel des Budapester Oberbürgermeisters, von mehreren, zuvor vom Fidesz dominierten Stadtbezirken von Budapest ganz zu schweigen. Ungarns Demokratie ist gesund und munter. Genau wie die Anti-Orbán-Medien. Tatsächlich sind die oppositionellen Medien nach wie vor stark: Unter den Online-Medien (ein von den meisten Ungarn bevorzugtes Format) erreichen Portale mit einem starken Anti-Regierungs-Ton mehr als doppelt so viele Menschen wie Websites, die als konservativ eingestuft werden. ich habe dort (siehe diesen Beitrag) mehrmals über Online-Medien und die linksliberale Dominanz geschrieben, aber Ozsváth ignorierte dies.

Und die Liste geht weiter. Manchmal hören wir akzeptable Argumente aus dem Ausland, und wir sind dafür bekannt, sie entsprechend zu behandeln. Aber nicht, wenn die Kritik völlig unbefangen, voreingenommen und verzerrt ist. Es ist einfach, nur eine Seite der Medaille zu sehen, da dies keine genaue Prüfung oder Aufmerksamkeit erfordert. Etwas in Konflikt mit einer Meinung zu sehen, die man selbst vertritt, kann jedoch eine mentale Herausforderung sein.

Wir sollten jedoch nicht vor einer kleinen Herausforderung zurückschrecken!