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Jan 09, 2021 - Zoltán Kovács

Ministerpräsident Orbán: Die Ausgangsbeschränkungen bleiben bis Februar in Kraft

Bisher seien nur wenige Dosen des Impfstoffes in Ungarn eingetroffen, gerade einmal genug um 80.000 Menschen zu impfen, und die Viruslage in Europa bleibe ernst, sagte Ministerpräsident Viktor Orbán und begründete damit, warum die derzeitigen epidemiologischen Maßnahmen bis zum 1. Februar verlängert worden sind.

 

Ministerpräsident Viktor Orbán kam  Az űrlap aljaunmittelbar von einem Treffen mit dem Coronavirus-Operativstab und begann sein reguläres, freitagmorgens ausgestrahltes Radiointerview auf Kossuth Rádió mit der Meldung, dass bereits 42.549 Mitarbeiter des Gesundheitswesens geimpft worden waren. Auch der Widerstand gegen den Impfstoff, also jene, die ihm nicht trauen oder sich aus anderen Gründen nicht impfen lassen wollen, nimmt stetig ab. Aber „bisher sind nur 80.000 Impfstoffe eingegangen, was sehr wenig ist, deshalb hat der Operativstab die bestehenden Einschränkungen bis zum 1. Februar verlängert. So bleiben auch die nächtliche Ausgangssperre und der Online-Unterricht für Gymnasien bestehen.“

Auf die aktuellen Regeln angesprochen, erinnerte der Premierminister daran, dass „unser Krisenmanagement anders ist als das in Westeuropa, wo sich die Regeln oft ändern. Ungarn hingegen hat ein berechenbares System. Vorhersehbarkeit ist genauso wichtig wie Effizienz, deshalb wollen wir die Regeln nicht oft ändern.“

In Bezug auf die Anzahl der Todesfälle sagte er, dass jedes Land die Todesstatistiken anders behandle, so dass es schwierig sei, die Zahlen zu vergleichen. „Aufgrund des Unterschieds [zwischen den Ländern] in den Sterbezahlen für 2020 und 2019 schneidet Ungarn, basierend auf der Anzahl der Todesfälle aufgrund des Coronavirus, besser ab als Belgien, Spanien, die Niederlande und Schweden.“

Ministerpräsident Orbán betonte auch, dass ausschließlich der Impfstoff der Pandemie ein Ende setzen kann. „Leider ist der Kauf von Impfstoffen durch die EU sehr langsam, deshalb führt Ungarn auch Verhandlungen mit Israel, Russland und China, denn falls wir weiter abwarten, wird diese gefährliche Situation, die wir derzeit haben, weiter bestehen bleiben, sagte er. Der Premierminister nutzte auch die Gelegenheit, um anzumerken, dass „nur jene Kompetenzen, von denen wir sicher sind, dass sie auf EU-Ebene besser gehandhabt werden, auf Brüssel übertragen werden sollten.“

In Bezug auf die Wirtschaft wies der Premierminister darauf hin, dass “Dutzende von wirtschaftlichen Maßnahmen ergriffen worden sind, die auch funktionieren. Der wichtigste Indikator sind die Beschäftigungsdaten, demnach beträgt die Zahl der verlorenen Arbeitsplätze 26.000, während fast 4,5 Millionen Menschen arbeiten.“ Ministerpräsident Orbán fügte dann noch einmal hinzu, was er schon früher gesagt hatte: „Wir wollen nicht einfach die Zahl der verlorenen Arbeitsplätze wiederherstellen, sondern mehr Arbeitsplätze schaffen, als der Virus zerstört hat.“

„Ich möchte, dass 2021 ein bemerkenswert gutes Jahr für die Ungarn wird und dass wir aus dieser Wirtschaftskrise vor jenen Ländern herauskommen, hinter denen wir in der Vergangenheit lagen“, sagte der Ministerpräsident. „Die Hauptrichtung“, so fuhr er fort, „umfasst neben der nicht zu vernachlässigenden Lohnsubventionierung auch die Unterstützung von Investitionen, denn Arbeitsplätze entstehen durch Investitionen, und es sind die Unternehmen, die den Menschen Arbeit geben.“

Abschließend sprach der Premierminister den Familien, die ihre Angehörigen bei dem Anschlag auf das Capitol in Washington verloren haben, sein Beileid aus. „Wir mögen es nicht, beurteilt zu werden, also beurteilen wir andere auch nicht, und wir mischen uns nicht in die Angelegenheiten der Amerikaner ein, aber wir drücken ihnen die Daumen, dass sie erfolgreich sind“, schloss Viktor Orbán das Interview ab.