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Jun 12, 2019 - Zoltán Kovács

Rumänische Menge verwüstet ungarischen Friedhof in Siebenbürgen: ein hässlicher Vorfall und auch noch illegal

Gestern Nachmittag hat ein Mob aus Rumänen einen österreichisch-ungarischen Soldatenfriedhof in Siebenbürgen gestürmt, trotz der Anwesenheit der Polizei und friedlich protestierender Ungarn. In Budapest hat Außenminister Péter Szijjártó den rumänischen Botschafter vorgeladen, der sich weigerte, zu erscheinen.

Am gestrigen Nachmittag brachen mehrere tausend Rumänen auf den Friedhof im Úz-Tal ein, der 1917 von Österreichern und Ungarn als Begräbnisstätte für die gefallenen Helden der Schlachten des Ersten und Zweiten Weltkriegs errichtet wurde. Der Friedhof fällt unter die Zuständigkeit eines siebenbürgischen Dorfes namens Csíkszentmárton / Sanmartin Ciuc im Kreis Hargita / Harghita. Vor einigen Wochen begann der Gemeinderat in Dormănești / Dormánfalva – einer Stadt mit 8.600 Einwohnern in einiger Entfernung im Kreis Bacău / Bákó, der nicht für den Friedhof zuständig ist – mit einer sogenannten „Renovierung“ des Friedhofgeländes und stellte Betonkreuze und ein Denkmal für rumänische Kriegshelden auf.

Das rumänische Kulturministerium sowie das Verteidigungsministerium haben verkündet, dass die neuen Kreuze und das Denkmal gegen das Gesetz verstoßen.

Außenminister Péter Szijjártó forderte gestern Morgen seinen rumänischen Amtskollegen Teodor Melescanu auf, weitere Provokationen zu verhindern und das Problem friedlich zu lösen. Der Rat von Dormánfalva / Dormănești hat jedoch die Einweihung des neu und auf illegale Weise errichteten rumänischen Kriegsdenkmals für Donnerstagnachmittag festgelegt. Rund 1.000 Ungarn waren bestrebt, die Grabstätte ihrer gefallenen Helden zu schützen, und bildeten im stillen Gebet eine Menschenkette um den Friedhof. Trotz der Anwesenheit der Polizei durchbrachen einige der Rumänen schließlich die Polizeisperre und den Zaun und rissen das Friedhofstor ab. Einige Mitglieder der ungarischen Gruppe sind physisch angegriffen und verletzt worden.

Traurigerweise hatten die Anführer der ungarischen Gemeinschaft in Siebenbürgen und in Ungarn schon mehrfach an führende rumänischen Amtspersonen appelliert – darunter an den rumänischen Präsidenten Klaus Iohannis, an Premierminister Viorica Dăncilă und an Außenminister Teodor Meleşcanu –, den Konflikt zu lösen. Während sowohl die zuständigen rumänischen Ministerien als auch die Behörden der entsprechenden Kreise die neu errichteten Kreuze für illegal erklärten, lehnte das Verteidigungsministerium wiederholt die Verhandlungen vor Ort ab.

Während Außenminister Teodor Melescanu versprach, Maßnahmen zu ergreifen, weigerte sich der rumänische Botschafter in Budapest, der gestern von Minister Szijjártó einberufen worden war, heute zu erscheinen und berief sich dabei auf die Befehle der rumänischen Regierung.

„Die ungarische Position ist unverändert. Rumänien ist für unser Land wegen der Ungarn in Siebenbürgen von besonderer Bedeutung“, heißt es in einer Erklärung von Tamás Menczer, Staatssekretär für Information und Internationaler Auftritt Ungarns. Des Weiteren fügte er hinzu, dass sich Ungarn um gute bilaterale Beziehungen zu Rumänien bemüht, da das Land ein wichtiger Wirtschafts- und Handelspartner ist.

Gleichzeitig forderte das ungarische Außenministerium eine „vollständige Untersuchung“ des Konflikts und die Einhaltung aller relevanten internationalen Verpflichtungen durch die rumänische Regierung.

“In Anbetracht dessen, dass sie dies nicht verhindern konnten, erwartet die Regierung, dass Rumänien die mehreren hunderttausend ungarischen Bürger, die zutiefst beleidigt wurden, entschädigt und informiert“, sagte Menczer und fügte hinzu, selbst die rumänischen Behörden hätten bestätigt, dass Dormánfalva kein Recht hatte, auf dem Friedhof Betonkreuze und ein Denkmal für rumänische Kriegshelden zu errichten.

In der Zwischenzeit äußerte sich Zsolt Semjén, Stellvertretender Ministerpräsident, Minister für gesamtungarische Politik auf seiner Facebook-Seite zu den beschämenden Vorfällen: „Wenn die rumänische Führung diese Barbarei nicht verhindern wollte, dann ist dies ein moralischer Skandal. Wenn sie dazu nicht in der Lage waren, ist dies ein Versagen der öffentlichen Verwaltung“, schrieb er.

Wir werden sehen, wie sich die Geschichte entwickelt.